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„Selber begeistert, kann
man junge Leute mitreißen“
Stadthäger Profile: Der in den
Ruhestand verabschiedete 63-jährige Pädagoge Eberhard Greuel bringt
Markantes hervor
Viele
markante Stichworte verbinden sich mit dem Berufsleben des Stadthäger
Pädagogen Eberhard Greuel (63, Bild): Bundessieg beim Wettbewerb für
Schul-Modelleisenbahnen, Initiator der Stadthäger Fahrradtage,
unerschrockener Aufdecker der unseligen „Geburtstagsprügel“ im Jahr 2002 an
der Schule Am Schlosspark. An dieser ist der passionierte Lehrer nach 35
Berufsjahren jetzt in den Ruhestand verabschiedet worden.
Den
„Virus Modelleisenbahn“ habe er sich als kleiner Junge eingefangen, erzählt
der im schleswig-holsteinischen Heide aufgewachsene Greuel. Dieser sei im
Dasein als Haupt- und Realschullehrer wieder ausgebrochen. „Wenn man selber
von etwas begeistert ist, kann man junge Leute mitreißen“, bekennt er. Das
Ergebnis ist außergewöhnlich: Die Oberschule Am Schlosspark verfügt über
die weitaus größte Schulmodellbahn in Deutschland. Einmal wurde das Team
Bundesieger, heimste viele weitere Preise ein. „Spaß und Freude zu
vermitteln ist ein Motiv“, reflektiert Greuel, „aber die Sache ist auch
sehr charakterbildend etwa mit Blick auf Zuverlässigkeit und Präzision.“
Mit viel
Engagement gerade Haupt- und Realschüler umfassend zu fördern, sieht Greuel
als seine bewusste Entscheidung aus dem Geist der 68er. Nach dem Abitur
begann er 1967 ein Theologiestudium. „Ich wollte von der Kanzel die
Weltrevolution predigen“, erzählt er mit selbstironischem Unterton, „bin
dabei aber schnell zum feurigen Atheisten geworden.“ 1968 nahm er in Berlin
ein Lehrerstudium auf. Als Mitglied einer maoistischen Gruppe erlebte er
die Revolte mit. Gummiknüppel, Tränengas und Polizeigewahrsam gehörten
genauso dazu wie das Mitmachen bei einer Institutsbesetzung. Dass die
Weltrevolution Spielart Mao ausgeblieben ist, darüber zeigt sich Greuel,
der bei diesen Schilderungen immer wieder milde selbstironische Töne
anschlägt, heute erleichtert. Geblieben sei aber, setzt er nach einer Pause
mit ernsthaftem Nachdruck hinzu, „der Mut sich zu rühren, wenn etwas
ungerecht läuft, und etwas dagegen zu tun“.
Anerkanntermaßen
Mut gezeigt hat der Pädagoge, als er vor zehn Jahren auf dem Schulhof eine
Gruppe halbstarker Jugendlicher auf einen am Boden liegenden Schüler
eintreten sah. Ein zerrissenes Hemd und auch Angstschweiß hatte es
gekostet, Täter festzuhalten. Dieses Einschreiten führte zum Aufdecken der
medial bundesweit beachteten „Geburtstagsprügel“ und zur Einrichtung eines
Gewaltpräventionsprogramms.
Als
passionierter Radler gründete Greuel an der Schule eine Fahrradwerkstatt
und initiierte die Stadthäger Fahrradtage, die mittlerweile in der
Kreisstadt ein politischer Faktor sind.
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