Patenschaft Stolperstein

Schule am Schlosspark übernimmt Patenschaft eines Stolpersteins

Im Rahmen der Verlegung weiterer Stolpersteine für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus aus Stadthagen übernimmt die Schule am Schlosspark die Patenschaft des Stolpersteins für Lotte Schindel, geb. Rosenfeld.

Sie wurde am 8. August 1922 in Aachen geboren. Ihre Eltern waren die Stadthäger Hugo und Gertrud Rosenfeld. Lotte besuchte zunächst eine Schule in Aachen, zog dann aber nach dem Tod des Vaters im Mai 1930 mit ihrer Mutter Gertrud und ihrem einjährigen Bruder Kurt nach Stadthagen, wo sie für die nächsten acht Jahre lebte.

Lotte besuchte zwischen Oktober 1930 und Ostern 1938 die Bürgertöchterschule und das Staatliche Reformrealprogymnasium in Stadthagen. Mit zunehmendem Einfluss der Nationalsozialisten in der Gesellschaft sahen sich Lotte und ihr Bruder immer häufiger verbalen und physischen Drohungen innerhalb wie außerhalb der Schule ausgesetzt. Nach dem es den Kindern verboten wurde, öffentliche Schulen zu besuchen, beschloss ihre Mutter, nach Berlin umzuziehen. Dort erlebte Lotte die Reichspogromnacht.

Am 14. Juni 1939 verließ Lotte das Deutsche Reich. Von Bremer-haven reiste sie mit ihrer Cousine, deren Ehemann und Tochter nach England. Direkt nach ihrer Ankunft begann Lotte, in verschiedenen Krankenhäusern in London und Südengland zu arbeiten. Zwei Jahre später, im August des Jahres 1941, startete sie eine Ausbildung zur Krankenschwester am St. James Hospital in London. Im Jahr 1947 emigrierte Lotte in die USA, in der Hoffnung dort mit ihrem Bruder Kurt und ihrer Mutter Gertrud ein neues Leben beginnen zu können.

Ihren Bruder zog es 1956 letztendlich auch in die Vereinigten Staaten; aber ihre Mutter Gertrud war von den Nationalsozialisten ermordet worden.

Lotte Schindel und ihr Bruder verloren durch die Judenverfolgung in Nazideutschland ihre geliebte Mutter, ihren Onkel, ihre Tanten, Cousins und Cousinen sowie ihre Großeltern – insgesamt mindestens 19 Verwandte zwischen 10 und 86 Jahren. Sie verloren darüber hinaus ihren Besitz, ihre Träume, ihre Heimat und große Teile ihrer Familiengeschichte.

Lotte Schindel verstarb 2011 im Alter von 89 Jahren

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